Ich schlürfe jetzt noch eine leckere und schön warme Ingwer-Kürbissuppe und frage mich nur noch recht beseelt und mit roten Wangen ‚Fashion was!?‘.
Samstag, 19. Januar 2013
Projektfreies Wochenende
Dieses Wochenende ist ein ‚projektfreies Wochenende‘; nichts wird
gestrichen oder abgeschliffen, repariert oder umfunktioniert. Der Winter hatte
die besseren Argumente dagegen und lockte mich einfach nur raus in die
verschneite Landschaft, genauer gesagt ins ‚Banff der Oberlausitz‘, nach
Waltersdorf. Zweifelsohne ist Waltersdorf einer der schönsten Touristenorte im Lausitzer
Bergland. Vor allem im Winter ist dieses Dorf, dessen steile Hauptstraße mirnichtsdirnichts an der
tschechischen Grenze endet, einfach nur bezaubernd. Und mit absoluter
Sicherheit DAS Kontrastprogramm zur momentan in Berlin stattfindenden Fashion
Week; Loipe und Halfpipe statt Laufsteg und Häppchen.
Ja, der Januar ist nun endlich wieder so, wie er eigentlich sein
soll in der Oberlausitz. Schnee und Eis packt alles wieder in eine bizarre
Hülle und es ist kalt, klirrendbitterganzschlimm kalt. Bei -10 Grad zur besten
Kaffeezeit, die heute übrigens Kirschglühweinzeit bei mir war, behaupte ich das
einfach mal. Zumal ich den Winter ja überwiegend in der Hauptstadt (sowieso immer
ein bisschen milder) und dann noch für mindestens acht Stunden am Tag in
direkter Nähe einer hervorragend funktionierenden Büroheizung verbringe, darf ich das sagen. Das eigene Temperaturempfinden ändert sich da zwangsläufig ganz schnell. Der Oberlausitzer
hingegen sagt: ‚lächerlich, letztes Jahr um die Zeit hatten wir -23 Grad und
viel mehr Schnee‘. Wie gemütlich muss es dann erst in den Blockstuben der
Umgebindehäuser gewesen sein...
Ich schlürfe jetzt noch eine leckere und schön warme Ingwer-Kürbissuppe und frage mich nur noch recht beseelt und mit roten Wangen ‚Fashion was!?‘.
Ich schlürfe jetzt noch eine leckere und schön warme Ingwer-Kürbissuppe und frage mich nur noch recht beseelt und mit roten Wangen ‚Fashion was!?‘.
Dienstag, 8. Januar 2013
Der Oberlausitzer Winter
ist zweifelsohne in der Advents- und Weihnachtszeit am
reizvollsten. Da diese gerade vorbei ist, wird es für neue Fotos sehr schwer. Die
heimeligen Adventswinterfotos sind einfach nicht zu übertreffen. Und leider ist
das momentane Wetter auch kein guter Helfer für freundliche Schnappschüsse. Wie
unpraktisch. Deshalb hier ein kleiner Wintergruß aus dem Garten im Dezember. Vielleicht
lässt sich der Schnee ja in Kürze doch noch mal sehen.
Zieräpfel
sind übrigens eine der wichtigsten natürlichen Winterfutterquellen für Amseln,
Stare, Spatzen, Meisen & Co. Heimische Sträucher, die im Winter ihre
Früchte behalten, sind bevorzugte Futter-Adressen von Daheimgebliebenen. Neben
dem Zierapfel freuen sich vor allem Hagebutten, Schleen und Schneeballsträucher
über regen Anflug. Diese natürlichen Futterangebote sind eine sinnvolle
Alternative zum Futterhaus. In den Baumschulen gibt es eigens zusammengestellte
Heckenmischungen mit Früchten, die im Sommer durch die Ansiedlung von Insekten und
im Winter durch Früchte als Nahrungsspender dienen. Sind diese dann gut angewachsen,
dauert es sicher nicht lange, bis sich ein buntes Treiben einstellt, Kurzweile
beim Beobachten ist also schon bald garantiert.
Bei mir sind noch ca. fünf Meter Hecke im Frühjahr anzupflanzen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, welche Sträucher ich mir in meiner Lieblingsbaumschule aussuchen werde. Hach, wie praktisch.
Vielleicht entdeckt ihr beim nächsten Streifzug durch die hoffentlich wieder so schön verschneite Natur ebenfalls Sträucher mit Winterfrüchten. Ich wünsche euch viel Spaß beim Genießen dieses faszinierenden Anblicks.
Bis bald und liebe Grüße von
Bei mir sind noch ca. fünf Meter Hecke im Frühjahr anzupflanzen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, welche Sträucher ich mir in meiner Lieblingsbaumschule aussuchen werde. Hach, wie praktisch.
Vielleicht entdeckt ihr beim nächsten Streifzug durch die hoffentlich wieder so schön verschneite Natur ebenfalls Sträucher mit Winterfrüchten. Ich wünsche euch viel Spaß beim Genießen dieses faszinierenden Anblicks.
Bis bald und liebe Grüße von
Samstag, 5. Januar 2013
Anglophilia
Wie
schon erwähnt, bin ich eine begeisterte Trödlerin. In der Oberlausitz habe ich ‚meine
zwei festen‘ Lädchen, denen ich regelmäßige Besuche abstatte. Zudem steht mir
ein riesiger, alter Dachboden zur Verfügung, auf dem ich nach Herzenslust
stöbern, entstauben, suchen und finden kann.
Hin und wieder schlägt mein Trödel- und Vintageherz sogar noch ein wenig höher, nämlich dann, wenn ich in Englands Antikshops oder auf dortigen Flohmärkten unterwegs bin. Und das kommt gar nicht allzu selten vor. Hier kommt eins zum anderen. Das eine kann man als ‘Anglophilia‘ beschreiben. Meine unglaubliche Liebe zu Land, Leuten, Musik, Sprache, Kultur, Kunst, Literatur und ja, auch dem Essen. Glaubt es einfach. Wer mich persönlich kennt, hat schon längst aufgehört zu fragen, woher das eigentlich kommt. Ich weiß es nicht, es ist einfach da, so lange wie ich denken kann. So.
Dank
‘Anglophilia‘ (hört es sich nicht an wie ein wunderschöner Vorname?!) hat auch
hier und da ein bisschen der englische Stil Einzug gehalten. Ein
Trödelladenfund, von dem ich meine Augen nur schwer abwenden kann, ist eine
alte englische Badewannenarmatur, die unbeachtet vor einem Antiklädchen in
einer bezaubernden englischen Kleinstadt lag, in der unmittelbaren
Nachbarschaft von Dingen, die mehr oder weniger zum Schrottpreis zu haben
waren. Vom schrulligen Ladenbesitzer in Tweed und Schirmmütze war nur zu hören
(zu sehen war er hinter seinem vollen Trödel-Counter gar nicht): "...not working, can
have it for twenty quid..." Das hieß so viel wie: nur weg mit dem alten Ding,
dann muss ich es heute Abend wenigstens nicht wieder rein schleppen. Der Mister
hatte wohl Recht, dachte ich beim näheren Betrachten. Nichts ließ sich mehr
bewegen, die Farbe des ganzen war eher grün als alles andere. Nur zur Deko war
mir die Armatur allerdings zu sperrig und vor allem zu schwer. Hm. Ach, egal,
erst mal weiter spazieren, schließlich stand ein Besuch in meinem örtlichen Lieblingscafé
und der obligatorische Tea mit den leckeren Scones noch aus.
Ihr könnt euch‘s sicher schon denken; auf dem Rückweg zum Auto reichte ich die 20 Pfund rüber und schleppte das Ding bis zum Parkplatz. Zum Glück kenne ich jemanden, dessen Leidenschaft mal nicht Holz sondern altes Metall ist und bei dem der Spaß am Restaurieren erst mit einer richtigen Herausforderung beginnt. "Bitteschön, für die nächsten Tage deins, probier‘ dich einfach mal dran" waren meine Worte als ich das schwere Ding wieder aus dem Kofferraum in Deutschland auslud.
Bis dahin hatte ich die Wirkung von heißer Zitrone vollkommen unterschätzt. Mein kleines, schweres Metallmitbringsel hatte in den folgenden Tagen einen richtigen Wellnessaufenthalt in besagter Flüssigkeit. Es wurde komplett in seine Einzelteile zerlegt, alle Dichtungen ausgetauscht, sogar ein wenig neues Metall eingeschweißt. Na bitte, immerhin ließen sich die Hähne wieder bewegen. Die wenigen Restflecken stören mich nicht, sie gehören eben dazu. Danke lieber ‘Metallflüsterer‘! In deiner kleinen Werkstatt von deren Fenster man die Hänge des Rotsteins sieht, geschehen wahre Wunder. Ob die Armatur auch wirklich funktioniert, war bis dahin noch ungewiss.
"Bitte, bitte, bitte". Das musste sich der Installateur mehrmals von mir anhören. "Ich übernehm‘ auch das volle Risiko. Wenn es nicht klappt, ist es nicht deine Schuld." Die Sache mit der Berufsehre und dem guten Ruf kann ich ja nur allzu gut verstehen. Aber so kurz vor dem Ziel aufgeben. Nö, das sah ich nun wirklich nicht ein. Außerdem wartete die Badewanne mit den Löwenfüssen doch sehnsüchtig auf eine passende Ergänzung. Die Aussicht auf eine verlässliche Partnerin, um endlich den Dienst antreten zu können, konnte ich doch nicht so einfach sterben lassen. Mit diesem Argument gelang es mir, den Installateur nun endlich breit zu schlagen. "Jahaaaa, ich übernehme auch die Verantwortung!!! Leg schon los."
Ihr
glaubt gar nicht, wie toll es (vor allem bei diesen Temperaturen) ist, die
Hähne auf- bzw. zuzudrehen und das heiße Wasser aus dem alten Hahn plätschern
zu sehen. Und am Ende bediene ich immer noch ganz ehrfürchtig den großen Hebel,
wenn ich von ‘Bath‘ auf ‘Shower‘ umschalte.
Mister Tweed kann sich wegen seiner falschen Prognose ärgern, denn solche alten
Schätzchen sind weit mehr wert. Der Installateur war am Ende sehr stolz, mal
nicht den genormten Grohe & Co. Standard verbaut zu haben. Und ich freu
mich einfach, dass die alte eiserne Lady nun ein zweites Leben auf dem
Kontinent führt.
Liebe Grüße,
Badewanne: Imperial (www.imperialbathroom.com)
Sessel: Sperrmüll
Aufbewahrungsdose: TKMaxx
Badewannenbrücke: Marks & Spencer
Hin und wieder schlägt mein Trödel- und Vintageherz sogar noch ein wenig höher, nämlich dann, wenn ich in Englands Antikshops oder auf dortigen Flohmärkten unterwegs bin. Und das kommt gar nicht allzu selten vor. Hier kommt eins zum anderen. Das eine kann man als ‘Anglophilia‘ beschreiben. Meine unglaubliche Liebe zu Land, Leuten, Musik, Sprache, Kultur, Kunst, Literatur und ja, auch dem Essen. Glaubt es einfach. Wer mich persönlich kennt, hat schon längst aufgehört zu fragen, woher das eigentlich kommt. Ich weiß es nicht, es ist einfach da, so lange wie ich denken kann. So.
Ihr könnt euch‘s sicher schon denken; auf dem Rückweg zum Auto reichte ich die 20 Pfund rüber und schleppte das Ding bis zum Parkplatz. Zum Glück kenne ich jemanden, dessen Leidenschaft mal nicht Holz sondern altes Metall ist und bei dem der Spaß am Restaurieren erst mit einer richtigen Herausforderung beginnt. "Bitteschön, für die nächsten Tage deins, probier‘ dich einfach mal dran" waren meine Worte als ich das schwere Ding wieder aus dem Kofferraum in Deutschland auslud.
Bis dahin hatte ich die Wirkung von heißer Zitrone vollkommen unterschätzt. Mein kleines, schweres Metallmitbringsel hatte in den folgenden Tagen einen richtigen Wellnessaufenthalt in besagter Flüssigkeit. Es wurde komplett in seine Einzelteile zerlegt, alle Dichtungen ausgetauscht, sogar ein wenig neues Metall eingeschweißt. Na bitte, immerhin ließen sich die Hähne wieder bewegen. Die wenigen Restflecken stören mich nicht, sie gehören eben dazu. Danke lieber ‘Metallflüsterer‘! In deiner kleinen Werkstatt von deren Fenster man die Hänge des Rotsteins sieht, geschehen wahre Wunder. Ob die Armatur auch wirklich funktioniert, war bis dahin noch ungewiss.
"Bitte, bitte, bitte". Das musste sich der Installateur mehrmals von mir anhören. "Ich übernehm‘ auch das volle Risiko. Wenn es nicht klappt, ist es nicht deine Schuld." Die Sache mit der Berufsehre und dem guten Ruf kann ich ja nur allzu gut verstehen. Aber so kurz vor dem Ziel aufgeben. Nö, das sah ich nun wirklich nicht ein. Außerdem wartete die Badewanne mit den Löwenfüssen doch sehnsüchtig auf eine passende Ergänzung. Die Aussicht auf eine verlässliche Partnerin, um endlich den Dienst antreten zu können, konnte ich doch nicht so einfach sterben lassen. Mit diesem Argument gelang es mir, den Installateur nun endlich breit zu schlagen. "Jahaaaa, ich übernehme auch die Verantwortung!!! Leg schon los."
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Liebe Grüße,
Badewanne: Imperial (www.imperialbathroom.com)
Sessel: Sperrmüll
Aufbewahrungsdose: TKMaxx
Badewannenbrücke: Marks & Spencer
Montag, 31. Dezember 2012
Das eigene Blog
Twitter, Facebook, Pinterest, Blogspot, WordPress und und und. All diese sozialen Netze haben sehr hartnäckig um meine Gunst geworben. Warum, wieso, weshalb ich überhaupt einen Platz für Gedanken und Fotos suchte, erfahrt ihr ein wenig weiter unten im Text. Schließlich bin ich also bei Blogger gelandet und werde nun ähnlich hartnäckig den technischen Herausforderungen des Blogger-Dashboards den Kampf ansagen.
Nun gut. Hier ist er nun, ein weiterer Blog bei Blogger. Der Land, Haus, Oberlausitz! Blog. Wozu aber in aller Welt brauche ich eigentlich einen Blog?
Es war vor gut einem Jahr als ich eine Art Schlüsselerlebnis hatte, im wahrsten Sinne des Wortes. Bitte sehr, here comes the story:
Wir hatten einen dieser trüben, kalten Hauptstadttage, an dem es mir überhaupt nichts ausmachte, länger im Office zu sein. Termine, Meetings, to do Listen, to do Listen, Meetings und Termine... Selbst auf dem Nachhauseweg, den ich seit kurzem mit dem Fahrrad bestreite, gingen mir noch eine ganze Reihe Jobangelegenheiten durch den Kopf. Und schließlich zu Hause angekommen, passierte es, das Schlüsselerlebnis. In meiner Handtasche wühlte ich nach dem Schlüsselbund. Und direkt vor meiner Wohnungstür wählte ich sicher und entschlossen den Büroschlüssel. Nein es war kein Versehen, denn der Schlüssel hatte eine Markierung, die nun wirklich nicht zu übersehen war. Da stand ich nun und versuchte, mit dem Büroschlüssel meine Tür aufzuschließen. Ach du meine Güte... Mir war klar, ich brauchte andere Themen abseits von Terminen, Meetings und to do Listen.
Mein neues Themenfeld sollte intuitiv, schön und sympathisch sein. Am besten bloß nichts Neues und Innovatives. Mein ganzes Leben in der Hauptstadt ist geprägt von Innovation und Neuem. Ständig ist man gefragt, sich an Neues zu gewöhnen. Liebgewonnene Shops und Cafés verschwinden buchstäblich über Nacht und neue Läden, vorzugsweise gefüllt mit Schuhen, eröffnen. An zahlreiche Einzüge von immer wieder neuen Nachbarn, die aus dem In-und Ausland nach Berlin strömen, um ihre Medien-, Politik- oder Schauspielkarieren voranzutreiben, habe ich mich gewöhnt. Nein ich will mich gar nicht beschweren, ich bin ja froh, überhaupt noch ein paar feste Nachbarn zu haben, wo doch die meisten Eigentumswohnungen um mich herum als holiday appartments Engländern, Skandinaviern oder Amerikanern Unterschlupf bieten und maßgeblich dazu beitragen, dass diese sich wie 'real Berliners auf Zeit' fühlen können. Netter Nebeneffekt; nicht selten werde ich im kleinen Eckcafé von der Bedienung gleich auf Englisch angesprochen. Ich beschloss also, a) dass ich im Moment für den Alltag mit ausreichend Neuem konfrontiert bin und b) dass ich im Umgang damit genügend Flexibilität beweise, gern auch auf Englisch wenn es sein muss. Ich brauchte etwas bekanntes, vertrautes, was sich mir intuitiv erschließt. Und mal ganz ehrlich, was ist einem vertrauter, als die alte Heimat. Man kennt jede Kurve auf jeder Straße im Umkreis von mindestens 50 Kilometern. Da ist die Bäckersfrau, die seit mehr als 20 Jahren nicht gern auf große Scheine raus gibt, auch nicht kurz vor Ladenschluss, wenn die Kasse voll ist. Dort der Imbiss-Stand Betreiber, der glaubte mit der Zeit zu gehen, als er 'Latte Macchiato to go' auf seine Tafel schrieb und sich wundert, warum die Stammgäste immer noch den einfachen Filterkaffee bestellen. Beständigkeit, eingebettet in eine wunderschöne und wohl bekannte Landschaft, das schien mir absolut passend für mein neues Themenfeld. Dachte ich. Hatte aber bis dato noch keine Idee, wie genau das aussehen könnte.
Taucht man ein in den Oberlausitzer Alltag, ist das Leben aber alles andere als vielleicht gleichgültiger Gleichgang. Ja, unter Umständen gehen die Uhren ein wenig langsamer und ja, natürlich fehlen die vielen Engländer, Amerikaner &. Co. (Wir sind ja schließlich auf dem Land, ohne Bahnhof. Wie sollen die also her kommen?!) Aber das heißt nicht, dass es nicht viel zu entdecken gibt. Seit ca. vier Jahren werde ich nunmehr regelmäßig überrascht auf dem Land. Ich finde es ist an der Zeit, sich damit intensiver zu beschäftigen, den Geschichten und Bildern eine kleine (Blog)Bühne zu geben und zu zeigen, wie man hier lebt. Ich würde mich freuen, wenn es gelingt, dem ein oder anderen einen frischen Blick auf ‚seine Region‘ zu geben, beizutragen, wenn sich bei Fortgezogenen, die nie aufgehört haben, wohlwollend der alten Heimat zu begegnen, ein far away so close Gefühl breit macht oder ganz einfach die Neugier auf dieses ländliche Dreiländer-Eck Gebiet zu wecken. Und immer aus den Augen von einer, die ein Doppelleben zwischen einem Oberlausitzer Bilderbuchdorf und einer Wohnung in einer der touristenreichsten Strassen von Berlin-Mitte führt. Dieses Doppelleben könnte ohne übertreiben zu wollen, nicht gegensätzlicher sein. Deshalb gibt es diesen Blog ‚Land, Haus, Oberlausitz! Ich freu mich ganz doll drauf!
Liebe Grüße,
Nun gut. Hier ist er nun, ein weiterer Blog bei Blogger. Der Land, Haus, Oberlausitz! Blog. Wozu aber in aller Welt brauche ich eigentlich einen Blog?
Es war vor gut einem Jahr als ich eine Art Schlüsselerlebnis hatte, im wahrsten Sinne des Wortes. Bitte sehr, here comes the story:
Wir hatten einen dieser trüben, kalten Hauptstadttage, an dem es mir überhaupt nichts ausmachte, länger im Office zu sein. Termine, Meetings, to do Listen, to do Listen, Meetings und Termine... Selbst auf dem Nachhauseweg, den ich seit kurzem mit dem Fahrrad bestreite, gingen mir noch eine ganze Reihe Jobangelegenheiten durch den Kopf. Und schließlich zu Hause angekommen, passierte es, das Schlüsselerlebnis. In meiner Handtasche wühlte ich nach dem Schlüsselbund. Und direkt vor meiner Wohnungstür wählte ich sicher und entschlossen den Büroschlüssel. Nein es war kein Versehen, denn der Schlüssel hatte eine Markierung, die nun wirklich nicht zu übersehen war. Da stand ich nun und versuchte, mit dem Büroschlüssel meine Tür aufzuschließen. Ach du meine Güte... Mir war klar, ich brauchte andere Themen abseits von Terminen, Meetings und to do Listen.
Mein neues Themenfeld sollte intuitiv, schön und sympathisch sein. Am besten bloß nichts Neues und Innovatives. Mein ganzes Leben in der Hauptstadt ist geprägt von Innovation und Neuem. Ständig ist man gefragt, sich an Neues zu gewöhnen. Liebgewonnene Shops und Cafés verschwinden buchstäblich über Nacht und neue Läden, vorzugsweise gefüllt mit Schuhen, eröffnen. An zahlreiche Einzüge von immer wieder neuen Nachbarn, die aus dem In-und Ausland nach Berlin strömen, um ihre Medien-, Politik- oder Schauspielkarieren voranzutreiben, habe ich mich gewöhnt. Nein ich will mich gar nicht beschweren, ich bin ja froh, überhaupt noch ein paar feste Nachbarn zu haben, wo doch die meisten Eigentumswohnungen um mich herum als holiday appartments Engländern, Skandinaviern oder Amerikanern Unterschlupf bieten und maßgeblich dazu beitragen, dass diese sich wie 'real Berliners auf Zeit' fühlen können. Netter Nebeneffekt; nicht selten werde ich im kleinen Eckcafé von der Bedienung gleich auf Englisch angesprochen. Ich beschloss also, a) dass ich im Moment für den Alltag mit ausreichend Neuem konfrontiert bin und b) dass ich im Umgang damit genügend Flexibilität beweise, gern auch auf Englisch wenn es sein muss. Ich brauchte etwas bekanntes, vertrautes, was sich mir intuitiv erschließt. Und mal ganz ehrlich, was ist einem vertrauter, als die alte Heimat. Man kennt jede Kurve auf jeder Straße im Umkreis von mindestens 50 Kilometern. Da ist die Bäckersfrau, die seit mehr als 20 Jahren nicht gern auf große Scheine raus gibt, auch nicht kurz vor Ladenschluss, wenn die Kasse voll ist. Dort der Imbiss-Stand Betreiber, der glaubte mit der Zeit zu gehen, als er 'Latte Macchiato to go' auf seine Tafel schrieb und sich wundert, warum die Stammgäste immer noch den einfachen Filterkaffee bestellen. Beständigkeit, eingebettet in eine wunderschöne und wohl bekannte Landschaft, das schien mir absolut passend für mein neues Themenfeld. Dachte ich. Hatte aber bis dato noch keine Idee, wie genau das aussehen könnte.
Taucht man ein in den Oberlausitzer Alltag, ist das Leben aber alles andere als vielleicht gleichgültiger Gleichgang. Ja, unter Umständen gehen die Uhren ein wenig langsamer und ja, natürlich fehlen die vielen Engländer, Amerikaner &. Co. (Wir sind ja schließlich auf dem Land, ohne Bahnhof. Wie sollen die also her kommen?!) Aber das heißt nicht, dass es nicht viel zu entdecken gibt. Seit ca. vier Jahren werde ich nunmehr regelmäßig überrascht auf dem Land. Ich finde es ist an der Zeit, sich damit intensiver zu beschäftigen, den Geschichten und Bildern eine kleine (Blog)Bühne zu geben und zu zeigen, wie man hier lebt. Ich würde mich freuen, wenn es gelingt, dem ein oder anderen einen frischen Blick auf ‚seine Region‘ zu geben, beizutragen, wenn sich bei Fortgezogenen, die nie aufgehört haben, wohlwollend der alten Heimat zu begegnen, ein far away so close Gefühl breit macht oder ganz einfach die Neugier auf dieses ländliche Dreiländer-Eck Gebiet zu wecken. Und immer aus den Augen von einer, die ein Doppelleben zwischen einem Oberlausitzer Bilderbuchdorf und einer Wohnung in einer der touristenreichsten Strassen von Berlin-Mitte führt. Dieses Doppelleben könnte ohne übertreiben zu wollen, nicht gegensätzlicher sein. Deshalb gibt es diesen Blog ‚Land, Haus, Oberlausitz! Ich freu mich ganz doll drauf!
Liebe Grüße,
Samstag, 29. Dezember 2012
Willkommen bei Land, Haus, Oberlausitz!
Bettina
Hennig...Bloggerin? Geht das überhaupt, ohne DaWanda Shop, ohne
stricken oder gar wundervoll verzierte Cupcakes backen zu können? Ja.
Ja, sicher! Denn zu
erzählen gibt es einiges. Von meiner Leidenschaft für
Dinge, die erst interessant werden, wenn sie alt, krumm oder rostig
sind. Von Flohmarkt- und zahlreichen Dachbodenfunden, die ein ehrliches
Vorher und ein schillerndes Nachher haben. Von
einer Region in Deutschland, die man zugegebener Maßen erst auf der
Landkarte
suchen bzw. auch finden (!) muss. Von Häusern und deren Bewohnern, die
diese
historischen Gebäude mit so viel Liebe und Herzblut sanieren, einrichten
und
dekorieren, dass mittlerweile einige Dörfer zu den schönsten
Flächendenkmälern in unserem
Land gehören. Von Geschichten und deren Gesichtern, von Tradition und
Handwerk,
von Landschaft und Gärten.
ps: Ich l i e b e übrigens Cupcakes und Cafés mit vielen bunten Cupcakes in der Auslage! Und irgendwann werde ich sie auch backen!
Und
von einem Doppelleben, von meinem Doppelleben. Diesem gebührt der Dank,
dass ich die Oberlausitz so sehe, wie ich sie versuche hier zu zeigen.
Und natürlich nehme ich jeden auch gern mal mit in meine andere Welt,
meinem Leben in der Hauptstadt, in die aufregenden und sich mit
beruhigender Zuverlässigkeit immer ändernden Bezirke Mitte und
Kreuzberg. Aber nur ab und zu, versprochen. Denn im Mittelpunkt sollen
das Land, das Leben und die Häuser der Oberlausitz stehen.
Herzlich Willkommen bei Land, Haus, Oberlausitz! Dem Lifestyle-Magazin für die Oberlausitz.
Viele Grüße von Bettina
Viele Grüße von Bettina
ps: Ich l i e b e übrigens Cupcakes und Cafés mit vielen bunten Cupcakes in der Auslage! Und irgendwann werde ich sie auch backen!
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